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Camilla Hildebrandt

seit 2000 Radio-Journalistin für DeutschlandFunk, SWR, DW, Radio-Trainerin, Sprecherin, Projektmanagerin

Wie Massenmedien uns psychologisch beeinflussen

Herr Licht, Sie sagen, es gibt keine staatliche Zensur, sondern der Debatten-Raum wird kontrolliert. - „Das bedeutet: Diese Meinung ist aktuell nicht zulässig. Also dadurch, dass z.B. eine Frage aufkommt, die in den Leitmedien nicht positioniert ist, ist sie nicht zulässig. Das heißt, wir wissen genau, was wir sagen dürfen und wo die Grenze ist. Demokratische Strukturen sind aber dadurch gekennzeichnet, dass der Debatten-Raum nicht festgelegt ist. Wenn alle frei an der öffentlichen Diskussion teilnehmen dürften, wäre das ein wunderbares Ideal. Wenn wir aber gegen den Debattenraum verstoßen, werden wir nicht durch den Staat sanktioniert, sondern durch die Gesellschaft. Und im Gegensatz zur Strafe durch den Staat, ist eine Rückkehr in die Gesellschaft so nicht mehr möglich. Und die Schwierigkeit hierbei ist - da kommen wir jetzt in diese klassischen und psychologischen Experimente von Konformitätsdruck etc. -, dass die Angst davor deutlich größer ist.“

„Mit den 3G-Regeln wird eine Parallelgesellschaft entstehen“

1bis19: Der Ausschluss der Ungeimpften ist eine klare Diskriminierung. Ungeimpfte sind eine Gefahr für Geimpfte, obwohl diese geimpft und demnach offiziell geschützt sind vor einem schweren Krankheitsverlauf? In deinem Umfeld hieße das in Zukunft: nur noch geimpfte Schauspieler dürfen drehen, geimpfte Musiker auftreten. Wo entwickeln wir uns hin? Maximilian Zaar: „Wenn nur noch Geimpfte spielen und zuschauen können, ok, so soll es sein. Wenn sie damit Spaß haben, bitte. Dann wird eine Parallelgesellschaft entstehen: wir auf der einen Seite schwarz, und auf der anderen Seite weiß. Dann gibt es kaum noch grau oder bunt. Sehr schade. Wenn das so ist, dann muss ich aber als Maximilian, als Vater, als Ehemann schauen, ob es für mich funktioniert, bzw. ob das Leben in Deutschland dann noch lebenswert ist. Nicht um jeden Preis, auf gar keinen Fall.“

Sind wir jetzt Bettelmusikanten?

1bis19: Was passiert mit der europäischen Kulturnation Deutschland? Pataky: "Ich denke, es wird in Zukunft schlimmer sein als jetzt. Die Gelder werden gekürzt, die Theater-Ensembles. Viele werden sich freuen, wenn sie überhaupt etwas zu tun haben. Viele haben jetzt schon aufgehört Kunst und Musik zu machen. Ich sehe leider ganz schwarz. Ich komme ja ursprünglich aus Ungarn. In Budapest waren die Theater auch zu, aber nicht so früh wie in Deutschland und auch nicht so lange. Natürlich werden dort auch viele Fehler gemacht. Aber das Gefühl, das ich und die Kollegen hier bekommen - ihr seid überhaupt nichts wert - das passiert in Ungarn nicht. Und das ist erschreckend, weil Ungarn viel weniger Einwohner und weniger Geld für Kultur hat. Dass das ausgerechnet in Deutschland so schlimm wird, hätte ich nicht gedacht…

Sachbuch: DIAGNOSE PAN(IK)DEMIE – DAS KRANKE GESUNDHEITSSYSTEM (2021)

Interview mit Dr. Friedrich Pürner zu seinem im Juli 2021 erschienenen Buch. Der Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen und Epidemiologie war bis November 2020 Leiter eines Gesundheitsamts in Bayern. Aufgrund seiner Kritik an den Corona-Maßnahmen wurde er zwangsversetzt, wie er sagt. Pürner sagt, das Wichtigste sei für die Zukunft ein tatsächlich unabhängiges Expertengremium, mit Fachexperten, Bürgern und vor allem Kritikern …

Noch mehr Regeln in unserem Regelstaat? – Schule und Bildung

Beitragsreihe: WIE GEHT ES WEITER? „Mein Eindruck war“, sagt die Mutter der neunjährigen Marie, „dass die Lehrer mich über mein Kind erziehen wollten.“ Wer die Regeln nicht akzeptiert, wird ausgeschlossen, ganz gleich, ob die Regeln sinnvoll, richtig oder schlicht sinnlos sind. „Regeln zählen mehr als die Integration in die Schulgemeinschaft,“ sagt ihre Mutter. Da Marie es ablehnt, weiterhin Tests zu machen, wurde sie im Juni 2021 seitens der Schule vom Unterricht ausgeschlossen. Sie darf sie nicht mehr betreten, bis sie einen negativen Corona-Test vorweisen kann. Der Therapeut diagnostiziert, Marie sei sehr verunsichert und gestresst, müsse sich neu finden...

„Viele stehen nicht mehr hinter den Maßnahmen und lassen sich nur impfen, um wieder in den Urlaub zu fahren.“

Frau Gröschner, Sie arbeiten seit rund 30 Jahren in einem der größten Krankenhäuser Deutschlands. Wie ist jetzt Anfang Mai 2021 die Bereitschaft der Kollegen in Ihrem Haus, sich mit einer zweiten Dosis gegen Covid-19 impfen zu lassen? „Was ich aktuell wahrnehme ist, dass eine große Verunsicherung herrscht. Denn zuerst sollten wir selbst entscheiden, welchen Impfstoff wir uns von den beiden spritzen lassen wollen. Nun wird empfohlen, dass man AstraZeneca mit dem mRNA Impfstoff BioNTech kombiniert, obwohl es noch keine Studien dazu gibt...

Überlegungen zum Danach

Aus gesellschaftlicher Perspektive stelle ich mir seit Monaten folgende Frage: wie wird es nach Beendigung der „Epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ mit unserer Gesellschaft weitergehen? Werden wir nahtlos da weitermachen, wo es im Februar 2020 begann? Wie wird der Polizist, der qua seines Amtes und der Verfügung durch die Regierung Privatwohnungen kontrolliert, Gastronomen und Unternehmer, die ihrer Arbeit nachkommen wollten, mit horrenden Geldstrafen belegt hat, Masken-Verweigerer verfolgt und abgeführt hat...

Auf Augenhöhe? Ein demokratisches System auf dem Prüfstand

Die Corona-Krise hat die Entfremdung zwischen Volksvertretern und Bevölkerung deutlich zu Tage gebracht und gravierend verstärkt. Die Kanzlerin entscheidet seit Monaten weitestgehend alleine oder in Beratung mit den Ministerpräsidenten der Länder. Bereits Anfang 2020 wurde gefordert, politische Entscheidungen zum Wohle des gesamten Volkes mit einem heterogenen Expertengremium aus allen Bereichen der Gesellschaft zu treffen. Keine Reaktion ...

„Die Menschen brauchen Nähe und Gemeinschaft!“ – Pfarrer Thomas Dietz aus der Uckermark

Im April 2020, im ersten Lockdown, schrieb Pfarrer Dietz einen Offenen Brief an den Ministerpräsidenten von Brandenburg. Ein Notruf an die Politiker seines Landkreises. "Die Menschen sind in eine Angstpsychose versetzt worden, wie ich sie in meiner Arbeit als Seelsorger noch nie erlebt habe. Sie brauchen Nähe und Gemeinschaft! “ Im zweiten Lockdown sagt er: "Meine Aufgabe ist es, alles zu versuchen, um sie aus Ihrer Schockstarre zu holen." Er ermöglicht Gemeinde-Gespräche, bietet sachliche Informationen an, versucht lebensnotwendige Nähe zu pflegen, Denunziantentum zu vermeiden… Das Interview wurde im November 2020 geführt

Covid-19: Alternativen zum Lockdown? Unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kollateralschäden

Audio-Interview mit dem Epidemiologen Dr. Friedrich Pürner und Prof. Christoph Lütge, Wirtschaftsethiker an der TU-München.
Interview-Auszug
Herr Lütke, Sie sind Professor für Wirtschaft und Ethik. Was die Ethik betrifft, haben wir da nicht einen großen Fehler gemacht, indem wir die Folgen nicht frühzeitig betrachtet haben?
"Was ich als Ethiker beklage, ist die Einseitigkeit, dieses Fokussieren auf einen einzigen Aspekt. Ethik ist dafür da, zu reklamieren, dass man verhältnismäßig vorgeht, eine Verhältnismäßigkeit der unterschiedlichen Aspekte eines Phänomens. ...."