Lockdown und Coronapolitik – aus Sicht eines Gastronomen

Stellungnahme der DINZLER Kaffeerösterei AG

Irschenberg, 10. März 2021

Lesedauer 2 Minuten

Infektionsschutz als oberstes Politikziel

Während Millionen Beschäftigte aus dem Gastgewerbe, Angestellte des Einzelhandels und viele weitere zu Hause sitzen und nur Dank des Kurzarbeitergeldes auf dem Papier noch eine Arbeitsstelle haben, interessiert sich die Politik noch immer hauptsächlich für Inzidenzwerte, Virusmutationen und R-Werte. Kein Wunder, hat sie doch den Infektionsschutz vor nahezu einem Jahr zum obersten Politikziel erhoben. Risiken und Nebenwirkungen dieser Politik werden hartnäckig ausgeblendet. Der Mittelstand in den oben genannten Branchen blutet aus, die Mitarbeiter, die den Firmen noch die Treue halten statt sich einen neuen Beruf in einer nicht betroffenen Branche zu suchen, sind nach fast vier Monaten ohne Arbeit desillusioniert und finanziell schwer angeschlagen. Viele werden sich jahrelang davon nicht mehr erholen.

Das aktuelle Maßnahmen-Paket versus Realität

Aktuell in Aussicht gestellte Öffnungen ab 22. März 2021 sind dabei leider nicht durchdacht. Eine Öffnung nur für die Außengastronomie ist vielfach nicht umsetzbar und unwirtschaftlich. Die Vorbereitungen dauern je nach Größe des Betriebs zwischen drei und fünf Tagen, es Bedarf einer großen Außenfläche und konstant gutem Wetter, um profitabel wirtschaften zu können. Völlig unklar ist z.B. dabei, was der Gastronom bei einem dauerhaften Wetterumschwung tun soll oder bei einer Inzidenzentwicklung auf über 100. Im schlimmsten Fall hat der Gastronom sein Personal aktiviert, Ware gekauft und kann nicht öffnen.

Corona als Totschlagargument

Es ist höchste Zeit, anzuerkennen, dass die großflächigen Schließungen mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen. Es fehlt aber der politische Mut, die Situation zum Positiven zu ändern. Corona ist zum Stilmittel der Politik verkommen und im Allgemeinen zum Totschlagargument. Wer von Corona spricht, muss nicht mehr eigenständig denken und abwägen, das ist der aktuelle Status.

Mündige Bürger mit Eigenverantwortung

Die Bausteine für kontrollierte und verantwortungsvolle Öffnungen in allen Branchen sind vorhanden, sie heißen: Hygiene-Konzept, Abstand, FFP2-Maske und Eigenverantwortung. Auf dieser Basis ist jeder mündige Bürger in der Lage, sein individuelles Risikoprofil festzulegen und für sich selber zu entscheiden, welche Angebote er für sich wahrnehmen möchte. Wer es ernst meint mit Gesundheitsschutz, der schützt die konsequent, die sich nicht selbst schützen können, bietet jenen Schutz und Unterstützung an, die sich schützen müssen, und erlaubt dem Großteil der Bürger, sich gemäß ihrer Lebenssituation und ihrem individuellen Risiko selbst zu schützen, ohne Zwang. Nur auf diese Weise und durch die Rückgabe der Eigenverantwortung und Selbstbestimmung kommen unsere Gesellschaft und Wirtschaft aus dieser beispiellosen Krise. Verbote und weitere Vorschriften hingegen sind der falsche Weg und werden auf individueller Ebene zu Ausweichreaktionen führen, auf kollektiver Ebene zu weiterer Depression, Verlust von Wohlstand und Zufriedenheit und nicht zuletzt zu einem weiteren Verlust von freiheitlichen Rechten.

DINZLER Kaffeerösterei AG
83737 Irschenberg
www.dinzler.de
https://wir-stehen-zusammen.com/

Dinzler Kaffeerösterei

Das Familienunternehmen DINZLER Kaffeerösterei AG mit Hauptsitz in Irschenberg im oberbayerischen Landkreis Miesbach übernahm 1998 die von Otto Dinzler im Jahr 1950 gegründete Traditionsrösterei und baute den Betrieb seitdem kontinuierlich aus. Der mittelständische Betrieb mit rund 200 Mitarbeitern führt neben der Kaffeerösterei auch eine Gastronomie mit Konditorei und eine Eventlocation mit einer Kaffeeakademie. „Kaffee ist unser Leben“ ist das ehrliche Motto der Familie Richter, die das Unternehmen bereits in zweiter Generation führt.

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