Die Initiative 1bis19 hat ihren Namen nach den ersten 19 Artikeln des Grundgesetzes gewählt, den sogenannten Grundrechtsartikeln. Wir sehen, dass die Grundrechte durch eine disruptive Politik, besonders seit den Corona-Jahren, bedroht sind, und setzen uns deshalb für sie ein. Dabei stellen wir fest, dass die sprachliche Formulierung der Artikel nicht immer aus sich heraus verständlich und ihre Rolle im Rechtsstaat komplex ist. Menschenwürde, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Recht auf Bildung und Eigentum – das alles klingt einfach, ist es aber weder auf dem Papier noch in der der Praxis. Trotzdem findet kaum eine öffentliche Verständigung über Sinn und Aussage, Sprache und Gestus der Grundrechtsartikel statt.
Aus diesem Grund eröffnen wir hier eine Debatte und laden dazu ein, sich an einer Reflexion der Grundrechte, ihrer Formulierung und ihrer Praxis zu beteiligen. Wir wollen uns dafür Zeit nehmen, es handelt sich also um ein Langzeitprojekt. Gefragt sind Texte, die in der eigenen Erfahrung oder in einem ausgeprägten Wissen um die konkrete Ausgestaltung der Grundrechtspraktiken wurzeln, außerdem Fotografien, Bilder, Filme oder andere künstlerische Annäherungen. Wir suchen anschlussfähige Beiträge, für welche die Urheber sich und ihre Welt ernsthaft befragen. Sie sollten die Begrenztheit des eigenen Blickfeldes ebenso reflektieren wie die Notwendigkeit, eben diese eingeschränkte Perspektive in einen weiteren Horizont zu stellen: in den Horizont eines gesellschaftlichen Lebens auf der Grundlage gemeinsam formulierter Grundrechte.
Wir hoffen, dadurch bei uns und allen Mitwirkenden ein vertieftes Verständnis der Grundrechte zu erreichen. Denn nur was in der Kommunikation auch aufgegriffen und bewegt wird, erlangt gesellschaftliche Geltung. Den Anfang macht eine Serie über den Artikel 1 GG. Die weiteren Artikel werden in loser Reihenfolge ausgewählt.
Sie möchten etwas beitragen? Dann schreiben Sie bitte eine Email an: debatte@1bis19.de